Galilei und Marius


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29) Man müsste mit GALILEI annehmen, dass MARIUS gelogen hat, indem er sagt, Jupiter mit einem Fernrohr gesehen zu haben. In der Tat gibt er aber in einem Brief zu, dass nicht nur seine, sondern jedes gewöhnliche Fernrohr die Monde des Jupiters zeigen würde, vorausgesetzt dieses würde die Gegenstände groß und klar zeigen. Von den herrlichen Beweisen GALILEIs bleibt also nichts übrig und wir fühlen uns berechtigt zu behaupten, dass alles was GALILEI gegen SIMON MARIUS vorträgt, um ihn des Plagiats zu überführen, jeglicher Grundlage entbehrt.

VI Analyse des Mundus Jovialis

30) Nach alldem könnten wir unsere Arbeit als erledigt betrachten. Wir haben aber nicht vor uns mit einem non liquet zugunsten von MARIUS zu begnügen, dies dürfte gerechter weise zu einem Freispruch des Beschuldigten und zur Beschämung des Anklägers führen, sondern wir nehmen uns vor, zu beweisen, dass des MARIUS Arbeit, weit entfernt ein Plagiat zum Schaden GALILEIs zu sein, eine eigenständige und ernst zu nehmende Arbeit darstellt, in der er in einigen Teilen über GALILEI hinausgekommen ist.

Auf die von G nicht weiter beobachteten Breitenabweichungen der Jupitermonde zurückkommend:

31) Erst in seinem 1623er Angriff gegen MARIUS hat GALILEI zum ersten Mal versucht, eine Erklärung dieser Erscheinung zu geben, diese ist aber ungenau. Die Umlaufbahnen der Monde sind mitnichten parallel zur Ekliptik. Zugegeben, der Winkel der Umlaufbahn von Jupiter trägt zu diesem Eindruck bei, aber nur zu einem geringen Teil. Im Gegensatz dazu hat MARIUS diese Erscheinung dem Winkel der Umlaufbahnen der Monde gegenüber der Umlaufbahn des Jupiters zugeschrieben, aber er hat den Fehler begangen, diesen Winkel als immer in der gleichen Richtung zur Sonne hin ausgerichtet zu betrachten.



Übersetzung von Rainer Gröbel.