Eimmarts Armillarsphäre

Bei einem Aufenthalt in Nürnberg erteilte Erhard Weigel dem Mechaniker Johann Ludtring den Auftrag eine Armillarsphäre nach seinen Anweisungen herzustellen. Diese Sphäre wurde von der Stadt Nürnberg für 100 Gulden angekauft[1] und 1689 Eimmart zur Verfügung gestellt. Sie hatte einen Durchmesser von 6 Fuß (ca. 1,80 m).

Der Nürnberger Ratsschreiber Georg Arnold Burger rühmte diese Sphäre 1688 in einem lateinischen Gedicht, beschrieb sie aber nicht näher. Die dargestellt Armillarsphäre dürfte somit die von Weigel sein, völlig geklärt ist die Angelegenheit nicht.

Eimmart scheint mit der Sphäre nicht recht zufrieden gewesen zu sein, denn am 18./28. Mai 1689 schrieb er an Gottfried Kirch:[2] "Die culminationes Stellarum, welche bey diser Mondsfinsternus annotirt, sind nach dem Meridiano Sphaerae armillaris Weigelij, welche allhier aufgerichtet worden, genommen, muste mich indeßen damit, (weil die meinige ruinirt worden) so gut ich konnte behelffen, befinde aber, daß sie mehr dann ½ gr. vom rechten plano Meridiani gegen Osten abweicht".

Aus einem Brief von Georg Albrecht Hamberger vom Dezember 1702 geht hervor,[3] dass Johann Carl Landeck damals schon die Sphäre reparieren wollte. Sie scheint also dem Wetter nicht standgehalten zu haben. In seiner Antrittsrede als Physikdozent am Egidiengymnasium vom 16. Dezember 1705 erzählte Johann Heinrich Müller, dass die Armillarsphäre auf den Schutzmauern des Observatoriums aufgestellt war. Wegen der "Raserei des Wettergottes" musste sie aber schon lange beiseite gelegt werden - offensichtlich war an eine Renovierung gedacht war.

Auf der Abbildung des Observatoriums von Johann Adam Delsenbach von 1716 ist die Armillarsphäre noch zu sehen (dort Buchstabe L). Als die Sternwarte 1751 aufgelöst wurde, wurde über die verbliebenen Instrumente ein Verzeichnis angefertigt.[4] Darin wird eine "große sphaera armillaris" erwähnt. Von ihrem weiteren Verbleib ist nichts bekannt.


Fussnoten

  1. Staatsarchiv Nürnberg: Rst. Nbg., Stadtrechnungsbelege Rep 54aII, Nr. 1181, darin der Brief vom 30. Juni 1689.
  2. Herbst, Klaus-Dieter: Die Korrespondenz des Astronomen und Kalendermachers Gottfried Kirch. 3 Bände. Jena: IKS Garamond 2006, hier I, 2006, S. 439.
  3. Eimmart-Nachlass Bd. 2, Bl. 225r.
  4. Staatsarchiv Nürnberg: Saal II Lade 20 Nr. 11, 11 (Protokoll vom 21. April 1751).